Koordinierungs- und Fachstelle im Auftrag des Landkreises Eichsfeld


Johannitergut Beinrode GmbH
Ulrike Fricke
Andrea Heinemann
Kallmeröder Straße 2
37327 Leinefelde-Worbis/ OT Beinrode
Tel.:03605/5465315
Fax: 03605/5465314

Gefördert vom

im Rahmen des Bundesprogramms

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Musik erleben

 

Projektträger: Lebenshilfe Leinefelde-Worbis e.V.

Projektleitung: Gisela Reinhardt

Fördersumme: 5.000 €


Wie kam es zur Idee?


In der Werkstatt für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis arbeiten gegenwärtig 2 gehörlose Menschen. Beide benötigen für ihre Teilnahme am Arbeitsleben bei Teambesprechungen oder Veranstaltungen Gebärdendolmetscher. Bei der Rosenmontagsfeier in der Werkstatt, bei der alle Beschäftigten sangen und ausgelassen feierten, saßen die beiden  gehörlosen Werkstattangestellten teilnahmslos und beobachteten das Treiben. Die Frage, ob sie nicht irgendwelchen Rhythmus hören oder spüren, verneinten sie. Daraufhin wandten wir uns an  den deutschen Boogie-Woogie-, Blues- und Jazz-Pianisten Alexander Blume, dessen Fachkompetenz wir bereits bei dem CD-Projekt „Es ist gut, dass wir verschieden sind“ 2014 schätzen gelernt haben und baten ihn, Ideen zu entwickeln, die hörbeeinträchtigten Menschen einen Zugang zur Musik ermöglichen. Gemeinsam mit Co-Autorin Eva-Maria Bernards, die  im Sommer ihr Psychologie-Bachelor-Studium an der UNI Kassel abschließt und über fundierte praktische Erfahrungen im therapeutischen Bereich verfügt, erarbeitete er ein innovatives Projekt.

Im Alltag sind wir den ganzen Tag von verschiedensten Geräuschen, Klängen und Rhythmen umgeben, die wir gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Oft verschmilzt alles zu einer undefinierbaren Geräuschkulisse. Neben vielen störenden Geräuschen wie dem Lärm der Autos, dem Stimmengewirr in der Bahn, der Sirene des Krankenwagens oder dem Klingeln des Handys gibt es auch angenehme Sounds wie das Lieblingslied im Radio oder die Musik allgemein. Musik verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Doch viele sind vom Musikgenuss weitgehend ausgeschlossen, weil sie hörbehindert sind. Wie können diese Menschen ihr Leben möglichst normal gestalten und erleichtern? Welche Methoden haben sie entwickelt, trotz ihrer Gehörlosigkeit Musik „hören“ und sich musikalisch betätigen zu können?

Sprache, Geräusche und Musik bilden die Welt des Hörens. Bei gesunden Menschen funktionieren diese drei Bereiche gemeinsam. Da Gehörlose ihre Ohren nicht wie gesunde Menschen nutzen können, sind die anderen Sinnesorgane, vor allem das Sehen und Tasten, stärker und feiner ausgeprägt. Die Hörbehinderten nehmen Rhythmus und Klang der Musik auf eine andere Weise und bewusster wahr, da sie den kompletten Körper einsetzen. Der Körper, die Augen und das Fühlen ersetzen die Ohren. Gehörlose sind in der Lage, die Schwingungen der Musik zu spüren, zu visualisieren und zu fühlen.

Möglicherweise haben Gehörlose durch ihr Schicksal ein anderes Verständnis davon, was Musik ausmacht, da sie keinen direkten Klang und keine Melodie wahrnehmen können. Ihr Musikverständnis ist reduziert auf den Rhythmus und die Vibration der Töne, an denen sie sich orientieren. Doch gehörlos heißt nicht auch gefühllos. Wie sagt man immer so schön? Musik hat etwas mit Gefühl zu tun und soll Emotionen auslösen.

Das Projekt

 „Musik erleben“ bietet die Chance, auf zwei Wegen der Welt der Musik näher zu kommen. Sowohl das „Sichtbarmachen“ als auch das „Fühlen“ von Musik werden auf unterschiedliche Art und Weise in jeweils zwei Workshops entdeckt. Das Kennenlernen musikalischer insbesondere rhythmischer Grundlagen hilft den Teilnehmern, Strukturen zu erkennen und sukzessiv gezielter Musik zu erleben. Durch das Erkennen und Spüren von Vibrationen wird die Konzentration der einzelnen Teilnehmer geschult und zu Bewegung angeregt.
Nicht nur die Visualisierung der musikalischen Schwingungen ist wichtig für das Erkennen und Verstehen der Workshopinhalte und von Musik sondern auch die Präsentation der Workshopinhalte durch Power-Point-Präsentationen und körperliche Bewegung, angeleitet vom Projektleiter. Darüber hinaus wird dadurch die visuelle Wahrnehmung und die Aufmerksamkeit Hörbeeinträchtigter geschult.

Der Rhythmus als einheitsstiftendes Element zwischen Musik, Sprache und Bewegung erzeugt Lustgefühle und ist die Quelle von Wohlbefinden und innerer Harmonie. Weiterhin kann ihm eine kommunikative Funktion zugeschrieben werden, das heißt, dass durch das gemeinsame Einschwingen auf einen gleichen Rhythmus das sogenannte WIR-Gefühl entstehen kann. Sich zugehörig zu fühlen, wirkt sich positiv auf das innere Wohlbefinden, das Selbstbewusstsein und die sozialen Kompetenzen aus. Durch Bewegungen, das Spiel mit Rhythmen (z. B. Tempowechsel, Taktwechsel, Akzentverschiebungen) und melodischen Elementen (z. B. Intervalle, Tonfolgen, Phrasenbildung) können auch bei hörbeeinträchtigten Menschen beachtliche Verbesserungen in der Prosodie erreicht und das Gleichgewicht, die Geschicklichkeit sowie die Koordinations- und Reaktionsfähigkeit geschult werden.
Die Workshops werden in einem interaktiven Gruppen-Setting stattfinden. Das bedeutet, dass gemeinsam erlebt, aufeinander geachtet, mitgearbeitet und mitentschieden werden soll. Dadurch werden soziale Kompetenzen geschult sowie das Selbstbewusstsein, die Selbstständigkeit und das Gefühl, zur Gesellschaft dazuzugehören gestärkt.

Zielgruppe und Angebot

Das Projekt „Musik erleben“ richtet sich an hörbeeinträchtigte Menschen genauso, wie an Hörende. Unsere Zielgruppe sind besonders junge Menschen, die diese Workshops gemeinsam erleben. Im normalen Leben macht man sich kaum Gedanken darüber, dass es Menschen gibt, die aufgrund von Handikaps nicht in der Lage sind, das Leben mit all seinen Angeboten zu leben und zu erleben. Durch dieses Projekt dringen Hörende hautnah in dieses Thema ein. Neugier soll geweckt und Verständnis erzeugt werden.
 
Hörende Jugendliche und Schüler sollen im Miteinander erfahren, was es bedeutet, nicht hören zu können und wie wichtig es ist, Verständnis zu entwickeln und Techniken zu erlernen, die den hörbeeinträchtigten Menschen eine Teilhabe an der Gesellschaft erleichtern. „Musik erleben“ bietet die Chance, auf zwei Wegen der Welt der Musik näher zu kommen. Sowohl das „Sichtbarmachen“ als auch das „Fühlen“ von Musik werden auf unterschiedliche Art und Weise in jeweils zwei Workshops entdeckt. Das Kennenlernen musikalischer insbesondere rhythmischer Grundlagen hilft den Teilnehmern, Strukturen zu erkennen und sukzessiv gezielter Musik zu erleben.

Durch das Erkennen und Spüren von Vibrationen wird die Konzentration der einzelnen Teilnehmer geschult und zu Bewegung angeregt. Nicht nur die Visualisierung der musikalischen Schwingungen ist wichtig für das Erkennen und Verstehen der Workshopinhalte und von Musik sondern auch die Präsentation der Workshopinhalte durch Power-Point-Präsentationen und körperliche Bewegung, angeleitet vom Projektleiter. Darüber hinaus wird dadurch die visuelle Wahrnehmung und die Aufmerksamkeit Hörbeeinträchtigter geschult.

Der Rhythmus als einheitsstiftendes Element zwischen Musik, Sprache und Bewegung erzeugt Lustgefühle und ist die Quelle von Wohlbefinden und innerer Harmonie. Weiterhin kann ihm eine kommunikative Funktion zugeschrieben werden, das heißt, dass durch das gemeinsame Einschwingen auf einen gleichen Rhythmus das sogenannte WIR-Gefühl entstehen kann. Sich zugehörig zu fühlen, wirkt sich positiv auf das innere Wohlbefinden, das Selbstbewusstsein und die sozialen Kompetenzen aus. Durch Bewegungen, das Spiel mit Rhythmen (z. B. Tempowechsel, Taktwechsel, Akzentverschiebungen) und melodischen Elementen (z. B. Intervalle, Tonfolgen, Phrasenbildung) können auch bei hörbeeinträchtigten Menschen beachtliche Verbesserungen in der Prosodie erreicht und das Gleichgewicht, die Geschicklichkeit sowie die Koordinations- und Reaktionsfähigkeit geschult werden.

Die Workshops werden in einem interaktiven Gruppen-Setting stattfinden. Das bedeutet, dass gemeinsam erlebt, aufeinander geachtet, mitgearbeitet und mitentschieden werden soll. Dadurch werden soziale Kompetenzen geschult sowie das Selbstbewusstsein, die Selbstständigkeit und das Gefühl, zur Gesellschaft dazuzugehören gestärkt.

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